Gabriel

Ein junger Mann, wohl Student, der »Verse und Lebensannalen« (I, 333) schreibt. Letztere schreibt er in der dritten Person, »vielleicht um bei gewissenhafter Schilderung das Ich nicht zu verletzen« (I, 333). Eine dieser Geschichten ist die Begegnung mit Regine, die sich kurz vor Beginn der schleswig-holsteinischen Erhebung ereignet hat: Auf dem Weg zu seinem Gestellungsort wandert er an einem warmen Sommertag über die Heide. Er hält am Wege Rast und schläft ein. Traum und Wirklichkeit verschwimmen, und plötzlich sitzt Regine neben ihm. Er kehrt bei ihr und ihrem Urgroßvater ein und bleibt, sichtlich beeindruckt von der Naturidylle, in der beide leben, bis zum späten Abend. Dabei verliebt er sich in Regine, zieht aber schließlich weiter in den Krieg.

Die Antwort auf die Frage des Ich-Erzählers, ob er denn Regine je wieder besucht habe, sei auf »Pagina hundertunddreizehn« (I, 347) seines Buchs zu finden, so Gabriel. Der Ich-Erzähler kommentiert entnervt: »Schon wieder Verse!« (I, 347). In dem Gedicht verneint Gabriel, dass er wieder dort gewesen sei. Denn Regine lebe in solch inniger Verbindung mit der Natur, dass sie »niemals hinunter in die Welt« (I, 348) schreiten würde, selbst wenn Gabriel »wie im Traume« (I, 347) den Weg zurück zu ihr finden würde. Dieses Ideal weltferner Natürlichkeit ist für Gabriel das Sinnbild der »Heimat« (I, 347), für die er kämpft.