Kenaan (Kanaan)

Kenaan (Kanaan) ist der Stammvater des Landes Kanaan. Sein Vater ist Cham, der seinen im Weinrausch entblößten Vater Noah verhöhnt (entmannt) hatte (Genesis 9,22) und darauf mitsamt seinem »üblen Söhnchen« Kenaan verflucht worden war (V, 1143 f.). An anderer Stelle wird die Tat dem »üblen Söhnchen« selbst zugeschrieben: »Es war ›Kanaan‹, an dem die dunkle Geschichte mit dem Großvater im Zelte hing und der nackt gehen sollte mit bloßer Scham, nachhurend den Landesbaalen.« (IV, 417) Den Abrahamsleuten und besonders Jaakob gilt ›Kanaan‹ seither als Inbegriff der Schamlosigkeit und religiösen »Narrheit«: »Entblößung, Singreigen, Festvöllerei, dienstliche Unzucht mit Tempelweibern, Scheol-Kult – und ›Aulasaukaulala‹ und wüste Krampfkünderei: das alles war ›Kanaan‹« (ebd.). Nicht besser ergeht es Ägypten, dem Stammland von Kenaans Bruder Mizraim (IV, 685 u.ö.).

Die Zuschreibung der Tat an Kenaan entnahm TM den »Sagen der Juden«: »Da kam Kanaan und sah die Blöße seines Vaters Vaters; er trat an ihn heran und verschnitt ihn.« (Gorion I, 230) – Die Verurteilung zu Nacktheit ist nach den »Sagen der Juden« Cham zugedacht: »dafür, daß er seines Vaters Blöße nicht zugedeckt hatte, sollte er selber nackend herumgehen mit bloßer Scham« (Gorion I, 229).

Letzte Änderung: 26.03.2015  |  Seitenanfang / Lexikon   |  pfeil Zurück