Walther, Aloysius

Der Erzähler kennt den »gelehrten« und »geistreichen« Mann ursprünglich aus Berichten eines Freundes und sucht ihn während eines unfreiwilligen Aufenthalts in G. auf, um seine »Gastlichkeit« in Anspruch zu nehmen (110 f.). Er hält Walther auf den ersten Blick für einen Mann, »der, wissenschaftlich ausgebildet, oft genug über das Brevier hinweg in das Leben geschaut hat, um genau zu wissen, wie es darin hergeht« (111). 

Während eines Spaziergangs durch den Ort führen die beiden eine angeregte Diskussion über Architektur, in der Walthers teleologische Weltauffassung zutage tritt. Währenddessen treffen sie auf Berthold, von dem er erzählt, er sei ein »fremder Künstler«, dessen schlechte Laune eine ganz »besondere Ursache« habe (113). Vor einem verhängten Gemälde über dem Altar gibt er nur an, dies sei das »Werk eines jungen Künstlers der neueren Zeit«, dessen »Flug« gehemmt sei, ohne Berthold als Maler zu offenbaren (114). 

Vom Erzähler weiter ausgefragt, enthüllt er am nächsten Tag das Altarbild und gibt es als Bertholds zu erkennen (120). Zum Hintergrund von Bertholds Krise, deretwegen dieser das Bild weder anschauen, geschweige denn fertig malen kann, erklärt er, dass der Maler sein »eigner Dämon – sein Luzifer« sei (122). Weiter möchte er darüber nicht sprechen, um sich »den heitern Tag nicht mit dem trüben Zeuge« zu verderben, verspricht dem Erzähler aber das Manuskript eines Studenten, aus dem die ganze Geschichte zu erfahren sei (122). 

Walthers Vorstellung von einer zweckbestimmten Schöpfung wird in seiner Annahme, dass »gewisse Tiere bloß erschaffen wären, um von andern gefressen zu werden«, deutlich. Diese wird später von Berthold aufgegriffen, um das Konzept des Künstlergenies als gefährlich und vermessen zu verwerfen. Der Erzähler nimmt nach einem weiteren Gespräch mit Walther an, dass der Sinn des Professors »für’s Höhere gänzlich verschlossen« ist und dass dieser »krasseste Materialist« für die labile Verfassung des Malers mitverantwortlich ist (123). 

Für Walther steht es außer Zweifel, dass Berthold sich lediglich »einbildet, an dem Tode seiner Frau und seines Kindes Schuld zu sein«, er traut ihm »den Mut zu solcher Tat gar nicht« zu (139). An sein dem Erzähler gegebenes Versprechen, unverzüglich Bericht zu erstatten, wenn sich etwas Ungewöhnliches mit Berthold ereignen sollte, hält er sich. Er schreibt ein halbes Jahr später den Bericht über die Fertigstellung des Bildes und den Tod des Malers, mit dem die Erzählung endet.