Eveline

Als der Vetter noch in der Stadt wohnt, ist er in Eveline verliebt. Auf ihr Verlangen hin spielt er an einem Konzertabend in ihrem Elternhaus Geige. Rückblickend stilisiert der Vetter Eveline zu einer »Göttin« und seiner »Muse« (II, 66), mit der er durch sein Geigenspiel »eins« (II, 66) wird, sich somit in gewisser Weise mit ihr vereinigt. Eine wirkliche Liebesbeziehung bleibt dem Vetter und Eveline indes versagt. Eveline wird vielmehr »gescholten« (II, 66). Wie in nachgeschobenen Aufzeichnungen deutlich wird, die der Erzähler bloß als Aufsatz deutet, hat der Vetter allerdings selbst am Konzertabend Eveline zurückgewiesen: »Und nun geh, Eveline« (II, 68). Nur auf seine Idealisierung Evelines als Muse will er nicht verzichten: »Du aber, o Muse des Gesanges, verlasse mich noch nicht!« (II, 68) Der Vetter schließt aus all dem, dass womöglich das Leben nur einsam zu verbringen ist, wenngleich die Liebe zu einer Frau, die er als »Rosen« (II, 67) beschreibt, fester Bestandteil des Lebens ist. Wie der Erzähler abschließend berichtet, ist ihm über Evelines Verbleib nichts bekannt.