Hérault-Séchelles

Hérault ist einer der Anhänger und ein enger Freund Dantons und Deputierter im Nationalkonvent. Er vertritt die Meinung der Dantonisten, dass die durch Tugend legitimisierte Terrorherrschaft Robespierres ein Ende haben und einem neuen, gerechteren Gemeinwesen Platz schaffen muss: »Die Revolution muß aufhören und die Republik muß anfangen. In unsern Staatsgrundsätzen muß das Recht an die Stelle der Pflicht, das Wohlbefinden an die der Tugend und die Nothwehr an die der Strafe treten. Jeder muß sich geltend machen und seine Natur durchsetzen können. Er mag nun gut oder böse seyn, das geht den Staat nichts an« (I, 1).

Nachdem er mit den Dantonisten verhaftet worden ist, schließt er sich Dantons genussorientierten Einstellung an, ein Leben in Untätigkeit sei einem schweren, arbeitsreichen vorzuziehen: »Wir werden wenigstens nicht mit Schwielen an den Fingern der hübschen Dame Verwesung die Wangen streicheln« (III, 1).

Die Nacht vor der Hinrichtung verbringt er in einer Zelle mit Danton, Camille und Lacroix, mit dem er sich sogar das Bett teilen muss (IV, 3). Hérault will Danton kurz vor der Hinrichtung ein letztes Mal umarmen, der Versuch wird allerdings vom Henker unterbunden, worauf Danton diesen fragt, ob er auch noch verhindern wolle, dass ihre »Köpfe sich auf dem Boden des Korbes küssen« (IV, 7).