Legendre

Dantonist. Im Jakobinerklub beschuldigt er die anwesenden Mitglieder des Wohlfahrtsausschusses, das Andenken der Jakobiner Chalier und Marat nachträglich zu schänden. Collot entgegnet ihm, die Dantonisten seien selbst mitverantwortlich für die herrschenden Gegebenheiten: »die Ursache verklagt ihre Wirkung« (I, 3), und Robespierre hält eine flammende Rede, die deutlich macht, was die Dantonisten von ihm zu erwarten haben. Lacroix macht ihm später klar, dass er mit seinen Vorwürfen vor allem Danton und sich selbst gefährdet habe. Legendre sieht die Gefahr als nicht real an, Collot sei doch nur »wieder betrunken« gewesen (I, 4).

Lacroix hat ihn im Verdacht, die Seiten wechseln zu wollen: »ich glaube«, äußert er gegenüber Danton, »er will sich das Gesicht wieder roth machen, er ist ganz aus der terreur herausgekommen« (I, 5). Doch Danton meint dazu, man müsse Legendre dankbar sein, da durch ihn Robespierres Absichten erkennbar geworden seien.

Nach der Verhaftung Dantons und der Seinen stellt Legendre sich im Nationalkonvent auf die Seite Dantons und wirft dem Wohlfahrtsausschuss vor, die Verhaftung sei auf »Privathaß und Privatleidenschaften« gegründet. Er setzt sich bei den Deputierten dafür ein, dass Danton eine öffentliche Verteidigung gestattet werden soll. Einige sprechen sich dafür aus, doch Robespierre gelingt es, den Nationalkonvent davon zu überzeugen, dass niemandem Sonderrechte eingeräumt werden dürften.

Joseph Chalier und Jean-Paul Marat, beide Jakobiner und Gegner der gemäßigten Girondisten, wurden 1793 ermordet und bald darauf zu ›Märtyrern der Revolution‹ erklärt.