Trotta, Franz Joseph Eugen

Sohn Franz Ferdinands und Elisabeths, genannt »Geni« (336). Diese habe ihn »gewünscht«, jener aber habe ihn »gezeugt, verlangt, gefordert, befohlen«, um Jolanth Szatmary aus Elisabeths Erinnerung zu verdrängen (334). Er wird im April, nachdem Elisabeth und Franz Ferdinand zusammengezogen sind, um vier Uhr morgens geboren, nicht in der Klinik, sondern, wie es seine Großmutter »verlangte, forderte, befahl«, im Haus (334).

Das »winzige, schreiende, häßliche und blutrote Ding« strömt eine »unsagbare Kraft« auf seinen Vater aus, der es sofort lieb gewinnt (335). Franz Ferdinand verbringt auch die meiste Zeit mit dem Kind und erlebt voller Bewunderung seine Entwicklung: »Ich sah jeden Tag, ja jede Stunde, wie er sich veränderte. Seine braunen Löckchen wurden dichter, der Glanz seiner großen, hellgrauen Augen stärker […]. Die Lippen bewegten sich immer eifriger, und immer eiliger lallte das Zünglein und immer verständlicher. Ich sah die ersten Zähnlein sprießen, ich vernahm Genis erstes wissendes Lachen, ich war dabei, wie er zum erstenmal zu laufen anfing« (336). Auch die Großmutter nimmt ihn auf, »als hätte sie ihn selbst ausgetragen« (334).

Elisabeth dagegen, »in den ersten Monaten eine hingebungsvolle Mutter«, verbringt immer mehr Zeit außer Haus und entfernt sich mehr und mehr von ihrem Sohn (336), bis sie ihrem Mann eröffnet, sie wolle »keine Mutter bleiben«, sondern Schauspielerin werden, und die Familie schließlich verlässt (339). Die Großmutter gibt ihrem Sohn kurz vor ihrem Tod den Auftrag, Geni wegzuschicken: »Hier soll er nicht aufwachsen« (340) und so wird er nach Paris zu Laveraville, einem Freund Franz Ferdinands, gebracht (341).