Kiniower, Hirsch

Der jüdische Anwalt der Trottas, der ihre Finanzen verwaltet. Von seinen zwei Söhnen ist der ältere im Krieg gefallen, der jüngere studiert Medizin (321 f.). Er war schon ein Freund von Franz Ferdinands Vater gewesen, für die Mutter ist er jedoch nur »der Jude« (318). Franz Ferdinand besucht ihn in der Zeit nach dem Krieg oft und gewinnt ihn »lieb wie ein Bruder« (321). Er rät dem jungen Trotta immer wieder dazu, das Haus in eine Pension umzuwandeln. Es sei die einzige Möglichkeit, zu Geld zu kommen, da er keinen Beruf habe und die Mutter ihr Vermögen in Kriegsanleihen investiert und verloren habe (322). Elisabeths Geschäft mit dem Kunstgewerbe sieht er als aussichtslos an, da, wie er über seine Beziehungen herausfindet, sowohl der Schwiegervater, als auch Stettenheim Schwindler seien und gar kein Geld hätten und die Jolanth »ebensowenig Professor« sei wie er selbst (321).

Da er zu jenen »praktischen Menschen« gehört, »die außerstande sind, eine sogenannte produktive Idee aufzugeben, auch wenn die Menschen unfähig sind, sie auszuführen«, setzt er sich schließlich mit seiner Idee durch, kümmert sich um sämtliche Konzessionen und organisiert »ein Dienstmädchen, ein Telephon, acht Betten und Klingeln« (329). Er streckt dafür sogar das Geld vor, wodurch er bei der Mutter wieder zum »braven Menschen« avanciert (331).